Kategorie-Archiv: Biografie

Das Varieté der Talente – Vielfalt und Austausch

Mi, 15.06.16 – 19 Uhr · Café & Teestube Blattlese · Bad Segeberg ·

Fünf Geschichten für neue Wege

Te-Logo-orange-50Fünf Menschen, fünf Themen: Das Talente Café bietet wieder die Gelegenheit, auf unterhaltsame Weise ein Talent, eine Leidenschaft, ein Thema zu erleben und neue Inspiration und Kontakte mitzunehmen. Varieté der Talente meint Vielfalt und Austausch, heute im Hauptteil mit:

  • AromaWas Chemie Spannendes zu erzählen hat * Mit Wolfgang
  • Verbundenheit – Ein Bild zeigt mehr als 1000 Worte * Mit Stefanie
  • Behütet – JA zur Begegnung und Lebendigkeit, oder? Mit Heinrich
  • Vertrauensvoll – Ich bin mein eigener Psychologe * Mit Mario
  • Schoko – Macht das kleine Schwarze auch gesund? * Mit Monika

Machen wir das Beste draus

… haben sich diese fünf Menschen gesagt, als es darum ging, den nächsten Schritt zu machen, mit dem, was Ihnen persönlich und beruflich am Herzen liegt.

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Im Einstieg, wie immer:
Eine kreative Möglichkeit, sich kennen zu lernen.
Im Ausklang, wie oft: Chance für Vertiefung, Vernetzung.

Für den musikalischen Rahmen sorgt die Folkband Saitenwanderer. 

Anmeldung:
Jörg Poedtke, der auch den Abend moderiert und begleitet.
mail@talentecafe.de – 0178 8 35 35 37

Oder im Café Blattlese – Auch der Flammkuchen lohnt das Kommen

Eintritt: 8 Euro

VeranstaltungsortTeestube Blattlese
Hamburger Str. 39 – 23795 Bad Segeberg

Eine Veranstaltung von und mit Jörg Poedtke
und fünf Mitveranstaltern
Herzlich willkommen

Te-Logo-orange-50mmh lecker…
natürlich * authentisch * inspirierend

Was ist das Varieté der Talente?
Mit Freude etwas zeigen, Stimmungsvolles erleben, Austausch genießen. Die Chance, ein Thema mit Humor zu erleben, kreative Gespräche. Dieses Veranstaltungsformat bietet die Möglichkeit,
sich mit einer (vielleicht bisher mehr verborgenem) Leidenschaft zu zeigen oder zu entdecken, wofür das Herz schlägt.

Zudem umfasst das Talente Café Einzel- und Gruppen-Coaching, Fortbildungen und Projekt-Begleitungen  für den Weg von der Idee zur Verwirklichung. Als Brücke für Kreativität und Selbstvertrauen, Ideen und Umsetzung, Anspruch und Wirklichkeit.

Hier Einladung für Variete der Talente 15.06.16 downloaden

P.S.
Wer Heinrich, mit Nachnamen Wälzholz in seiner Paraderolle als Narr ausführlicher erleben möchte, hat hierzu am 08. 06.16 eine
sehr schöne Gelegenheit. Ab 19 Uhr ebenfalls in der Blattlese.
Hier alle Info für Einladung ‚Wat’n Narrentheater‘ anschauen

Was bedeutet Talent & Café?

Wenn man die Geschichte kennt,
versteht man besser, worum es geht.

„Menschen sind Bücher – und manchmal kommen sie gedruckt daher“,  stellt etwas Biografsches in den Mittelpunkt, d.h. Aspekte aus der Biografie eines Menschen, einer Region, einer Gruppe usw.,
um hieraus Impulse für den eigenen Weg abzuleiten.

Und jede/r nimmt Inspirationen und Verbindungen mit, für den nächsten passenden Schritt, die Perspektive und was voranbringt.

Hier mögliche Themen Talente Café-Kurse /-Treffen downloaden:
Talent-und-Cafe-was-ist-das

Weitere Info zu Terminen für Veranstaltungen folgen.
Oder bei Interesse nachfragen, mail[at]talentecafe.de.

Die Themen für Talente Café eignen sich auch für die Einzelbegleitung. – Hier zu: Was ich tatsächlich will 

inspirierend · konstruktiv · zukunftsorientiert ·

Herzlich willkommen

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Wieso öffnet die passende Frage den richtigen Weg?

Wozu soll das gut sein?

Entdecke deine Moeglichkeiten Bild mittel
Die Antwort sollte wie die Frage etwas Erlebtes sein:
In der Intensität, in der Dringlichkeit, in der Unablässigkeit,
mit der wir persönlich eine Frage stellen. 
Alles Sonstige ist intellektueller Zeitvertreib, etwas, das sich nur im Kopf abspielt.  
Die passende Frage an der richtigen Stelle zur richtigen Zeit zu stellen, weist mir also den Weg zur Antwort?

Ja, weil die richtige Frage, passend gestellt dein Gehirn zum Nachdenken anregt. Assoziativ, unvoreingenommen, nicht gleich festgelegt. Überraschendes weckt die Neugierde, den Spieltrieb.
Wie bei einem Forscher, der etwas herausfinden will. Dranbleiben, nicht vorgekaut.

Die richtige Antwort zu finden, hilft mir angemessen
zu handeln?

Angemessenheit ist so lange etwas Theoretisches, so lange du dich nicht mir ihr beschäftigst. Angemessenheit ist praktisch äußerst wertvoll. Ein Beispiel? Eine Frage, um herauszufinden, was in einer Situation (egal welche) angemessen zu tun ist, ist zum Beispiel diese: „Was brauchst du jetzt?“ Ich meine jetzt, nicht morgen. Kannst du diese Frage akzeptieren? Oder kommt ein Widerstand hoch, weil du eine perfekte Antwort von dir selbst erwartest? Was brauchst du jetzt, um aus dieser Bremse für dein Thema herauszukommen? Vielleicht ein Gespräch mit Jemandem, für eine Bestandsaufnahme, was du brauchst, um den passenden Beruf zu finden? Oder dein Urlaubsziel? Oder aus einer Sackgasse? Dies als Beispiel, wie die richtige Frage zur richtigen Antwort führen kann. Wenn du es zulassen kannst.

Die richtige Handlung zu tun, bringt mich zu neuen Möglichkeiten und was ich wirklich möchte?

Wenn du dich dann weiter fragen würdest, was braucht es jetzt, um in die Handlung zu kommen, würdest du wahrscheinlich eine Liste anlegen können. Und wenn du dann fragst: Was braucht es jetzt? Dann könntest du sehen, es braucht eine Entscheidung. Und du könntest dich für den Punkt auf der Liste entscheiden, der die größte Unterstützung braucht. Als gemeinsame Entscheidung aus Gefühl und Verstand.

All dies führt dich zu einer neuen Erfahrung. Denn erst mit einer neuer Erfahrung vermagst du zu sagen, ob es das ist, was du wirklich möchtest bzw. ob es das ist, was du wirklich wolltest.

Um hierhin zu kommen, ist die Anwendung einer weiteren Frage an der richtigen Stelle entscheidend: Was ist der nächste Schritt?
Und zu wie viel Prozent kannst du erkennen, was der nächste Schritt ist … und nach diesem Schritt auch handeln. Sich die richtigen Fragen stellen zu können, fördert somit passend Handlungsfähigkeit und Manifestationsfähigkeit. Von der Idee zur Umsetzung zu kom- men, gleichgültig, um welche Idee, Situation und Beziehungen es geht.

Kann ich es lernen, richtige Fragen passend zu stellen? 
Will ich das überhaupt?

Ja, Fragen können Unbehagen auslösen. Das wird deutlich weniger, ja erleichtert, wenn das mehr spielerische Benennen eingeschaltet wird; dies verträgt sich allerdings nicht mit dem Ziel, besonders gut funktionieren zu wollen oder die Biografie möglichst aufzupolieren.

Wer also an Entwicklung  – wofür auch immer – interessiert ist, noch nicht so festgelegt, die Wirklichkeit neuer Fragen und Antworten erkunden möchte, für den mag es gewinnbringend sein,
hier anzuklicken:

www.traumverwirklichen.de

P.S. Das Beitragsbild (siehe oben) gehört zum Natur-Banner „Was dich bewegt“. Das ist ein Textil-Wand-Banner als  Kombination aus Natur-Motiv und Anker-Wort. Als Inspiration in einem Raum.
http://www.ideenpoet.de/ideen-in-worte-fassen/

Mehr Selbst-Sicherheit = Gute Beziehungen?

Bildung neu definiert – Ein Plädoyer mit Beispielen   – Teil 2

Jörg Knüfken, Initiator des Projektes „Schreibmodus e.V.“ in Dorsten über Beziehungsaufbau, Selbstsicherheit und was das mit Schreiben nach dem Freedom-Writers-Prinzip zu tun hat.

Jörg, du hast das Projekt Schreibmodus  ins Leben gerufen, da stecken die Worte ‚Schreiben‘ und ‚Modus‘ drin.
Was bedeutet das genau?  
Jörg Knüfken
Jörg Knüfken

Ich fange mal mit dem Wichtigsten an: Schreiben. Letztlich ist es mir in diesem Projekt gelungen, Schülergruppen zu bewegen, regelmäßig ein Tagebuch zu schreiben. Die haben mich ihre Einträge lesen lassen, das war die entscheidende Brücke für mich, die Jugendlichen mit ihren Anliegen wahrhaftig kennenzulernen, ihre Hintergründe, Gedanken und Probleme. So gelang der Beziehungsaufbau, um den es hier im Kern geht. Dieser Beziehungsaufbau fördert die Selbst- sicherheit der Schüler und er hat auch meine Selbstsicherheit im Auftreten vor Schülern gestärkt.  

Wie hat ‚Schreibmodus‘ begonnen, wie ist es entstanden? 

Die Anfangsphase ist jetzt (Sept. 2014) fast dreieinhalb Jahre her.
Es ging damals darum, Schüler einer Brennpunkt-Hauptschule, genauer eines achten Jahrgangs und davon die sogenannten sech-zehn sogenannten schlimmsten Schüler in den Nachmittagsunter-richt zu integrieren, der zu der Zeit bei uns verpflichtend war. 

Diese Schüler galten als nicht beschulbar, im Nachmittagsbereich erst recht nicht, sie zerstörten kollektiv die AGs usw. Wir haben uns gefragt: Wie viele Schüler davon konzentrieren wir in einer Gruppe, damit die anderen wenigstens etwas machen können? Das war vor-rangig. Ich hatte die Aufgabe, sie in irgendeiner Form zu beaufsich-tigen.  Übungen, die sie in ihrer Entwicklung unterstützen sollten, haben ihnen überhaupt nicht gefallen. Daraufhin habe ich beschlos-sen: Das muss ich uns nicht antun, jede Woche nachmittags irgend- etwas Pädagogisches, das bringt nichts, ich zeig‘ den stattdessen jede Woche einen Spielfilm. Auf der Suche nach geeigneten Filmen habe ich „Freedom Writers“ entdeckt. In dem Film  bewegt die amerika-nische Lehrerin Erin Gruwell Ghetto-Kinder, die Waffe wegzulegen und den Stift in die Hand zu nehmen. Wenn die das hinbekommen hat, so dachte ich, wird es auch mit „meinen KIndern“ klappen, die sind gar nicht „soo schlimm“. Ja, so begann unsere Geschichte.

Du hast den Jugendlichen irgendwann ein Tagebuch zum Aufschreiben ihrer Gedanken gegeben. Warum hast du dich hierfür an dem Vorgehen der Freedom Writers orientiert?

Das hat sich Schritt für Schritt entwickelt. Die Freedom Writers sprechen viele Dinge an: Im Film habe ich die Hollywood-Wirklich- keit. Diese wilde Wirklichkeit hat die Jugendlichen bei uns total berührt und angesprochen, weil die Charaktere der Schüler im Film sehr ausgeprägt dargestellt sind … und so konnte ich immer wieder eine Brücke zwischen Film und unserer eigenen Wirklichkeit bauen.  

Der Projektverlauf stand nicht fest, den hab‘ den Woche für Woche ausgestaltet. Ich habe den Schülern vorgeschlagen, ein Spiel zu spielen, mit fünf Aufgaben. Wenn sie die erfüllt haben, fahren wir nach Amsterdam, ist ja nur 2 Stunden Fahrt von uns. Zu diesem Spiel waren sie bereit. 

Einige Übungen, die die Freedom Writers machen, sind im Film skizziert. „Wenn die das können“, habe ich den Schülern gesagt, können wir das auch machen. Sogar die haben Tagebuch geschrieben, dann schreibt ihr doch auch Tagebuch.“ Das führte dazu, dass nicht irgendein dahergelaufener Pädagoge sagt: „Komm, schreib Tage-buch.“ Vielmehr haben die Jugendlichen gesehen, da sind wirklich „schwere“ Jungs und Mädchen, selbst die haben‘s gemacht … dann probier‘ ich es eben auch mal aus. Das war total hilfreich. 

Schön, diese Brücke zwischen Film und Wirklichkeit.
Was hat sich hieraus alles ergeben?

Das ist eine Menge gewesen. Unser Buch heißt zwar „Das Wunder bleibt aus“, gleichwohl sind viele wunderbare Dinge geschehen, zum Beispiel eine 1,5-stündige Skype-Konferenz mit den Freedom-Writers in Amerika. Darüber haben wir die persönlich kennen-gelernt, ein emotionales Erlebnis für die Schüler und für mich.

Dann ist etwas für unser Projekt absolut Entscheidendes passiert: Wie die Freedom Writers haben wir ein eigenes Buch über unsere Tagebücher geschrieben, der Care-Line Verlag hat es veröffentlicht. Hieraus hat sich ergeben, mit den Schülern zusammen unser Projekt deutschlandweit zu präsentieren und Workshops zu geben.

Die Gründungsmitglieder von Schreibmodus e.V.
Die Gründungsmitglieder von Schreibmodus e.V.

Und schließlich haben wir den Verein Schreibmodus gegründet, an dem auch ehemalige Schüler beteiligt sind. Mit diesem Verein realisieren wir Les- ungen, Seminare, Veranstaltungen etc.

Ein Jahr später kam Erin Gruwell zu uns nach Dorsten. Mit ihr, 120 Schülern und 150 Lehrern haben wir eine Ganztags-Veranstaltung durchgeführt. Und es war ein Highlight für mich, von Erin Gruwell für eine Freedom-Writers-Fortbildung nach Long Beach, Los Angeles eingeladen zu werden.

Hinzu kommen mittlerweile weltweite, nachhaltige Kontakte. So mischen sich Film-Wirklichkeit, reale Wirklichkeit und mediale Ereignisse. Ich persönlich mag es sehr, damit ein bisschen zu spielen.

Spielen und Fortbildung nochmals vertieft: 
Wer ist dann Jörg Knüfken in diesem Projekt?

Ich sehe mich zunehmend als Anstifter für andere Pädagogen. Ich habe eine Erfahrung gemacht, die nenne ich die Quadratur des Kreises. Damit meine ich, ich war in meinem Denken in dem System, in dem ich mich bewege, verhaftet. Dieses System, Bildung genannt, ist aus meiner Sicht einseitig ausgerichtet. Von Jugendlichen wird zuallererst verlangt: Du musst in das System passen, es gibt keinen anderen Weg. 

Hier war es andersherum, und das hat wirklich hervorragend geklappt: Das System muss zum Schüler passen, was ich ich total genial finde und gerne weitergeben möchte. Im Nachhinein betrachtet war es einfach, dass auf diese Weise untereinander Beziehungen entstanden sind, die Sicherheit geben. Die Schüler haben praxisnah sehr viel gelernt, auch wenn sie das Gefühl haben, sie würden gar nicht viel lernen. All diese Erfahrungen und Ergebnisse empfinde ich als einen Segen.

Was ist das Erfolgsgeheimnis dieses Vorgehens?
Warum legen Jugendliche den Schalter zu konstruktiver Entwicklung um?  Sie galten als unbeschulbar …

Keine leichte Frage … Ich meine, meine Kollegin und ich haben einen ewigen Kreislauf durchbrochen. Wer respektiert wen zuerst? Und wie baut sich wechselseitig Respekt auf? Das waren entscheidende Fragen. Indem wir ihre Tagebücher gelesen haben, haben wir gesagt: Wir bringen den Jugendlichen erst mal unbedingten Respekt für ihre Lebensleistung entgegen. Diesen, unseren Respekt haben sie aufge-nommen, aufgesaugt, und es war sehr schnell so, dass wir diesen Respekt zurückbekommen haben. 

Respekt geben und Respekt  nehmen ist wie in einem Ping-Pong-Spiel, das immer noch funktioniert. Genau dies gibt den Jugendlichen das Gefühl der Sicherheit und der Druck wird aus der Gesamtsituat-ion herausgenommen. Jeder weiß: Ich brauch‘ nicht um meinen Status kämpfen, ich bin einfach da. Gerade mit diesen ersten Gruppen von insgesamt 140 bis 150 Schülern ist so viel gelungen. Im besten Sinne konnte Nähe entstehen, das war entscheidend.

Das Buch, das du mit den Jugendlichen geschrieben hast, heißt „Das Wunder bleibt aus.“ Worum geht es darin?

Schreibmodus Das Wunder bleibt ausDas Buch gibt vier verschiedene Punkte aus dem Projekt wieder. Grundsätzlich werden Methodik und Übungen beschrieben, die wir gemacht haben. Darüber hinaus ist es ein Handbuch für Lehrer. Herzstück sind allerdings die zusammengefassten Tagebuch-Einträge der Schülerinnen und Schüler, auch meine Einträge sind dabei. Das Ganze ist schon sehr emotional. 

Der Leser bekommt einen tiefen Einblick in einen Lebensabschnitt der Schüler sowie in den Projektalltag mit allen Höhen und Tiefen und den Schwierigkeiten, die es immer wieder gab. Die Schüler selbst sind mit einigen Portraits charakterisiert. 

Inzwischen gibt es sogar ein Fortbildungsprogramm.
Was macht euer Fortbildungsangebot aus?

Unser Fortbildungsprogramm ist sehr praxisnah. Es steht unter der Leitlinie, alles, was wir den Schüler anbieten, vorher selbst auszu-probieren. So fangen auch die Lehrer-Kollegen und -Kolleginnen an, probeweise Tagebuch zu schreiben und machen wesentliche Elemente exemplarisch mit. 

Als Alleinstellungsmerkmal sehe ich auch, dass ehemalige Schüler – soweit es ihnen terminlich möglich ist – bei der Fortbildung mit dabei sind. Als weiteren Schwerpunkt haben wir eingebaut, wie man mit Schülern noch weiter arbeiten kann. Neben dem Freedom-Writers-Schreiben vermitteln wir das erfahrungsorientierte Lernen. Zudem sensibilisieren wir die Teilnehmer, wenn selbst so eine Art Projekt realisieren möchten, wie sie Ressourcen, die vielleicht sonst nicht zur Verfügung stehen, hier einbringen können. Da gibt‘s im Umfeld zum Beispiel Theater-Pädagogen, Sportler usw., die gut hineinpassen.

Was ist das Hauptanliegen?

Wir möchten dafür begeistern, dass es Möglichkeiten gibt, nach-haltige Beziehungen mit Schülern aufzubauen. Dafür ist unsere Methode ein Weg, es gibt sicher noch weitere. Beziehungsaufbau ist die absolute Grundlage, um lernen zu können und den Schulalltag erfolgreich zu gestalten. Das ist der Kern unseres Forbildungs-angebots. Und wir in der Schule sind für diesen Beziehungsaufbau verantwortlich, denn der ist wie gesagt sehr wesentlich.  

Hast du eine Empfehlung für Schüler, Eltern und Lehrer,
die sich inspiriert fühlen, dem Freedom-Writers-Prinzip näher zu treten, es selbst auszuprobieren?

Ich würde das Thema, um das es hier geht, entproblematisieren, ein- fach machen, einfach loslegen. Den Film zu zeigen ist ein guter Start-punkt, das funktioniert nach wie vor, auch wenn er bereits sieben Jahre alt ist. Gerade gestern habe ich ihn einer neuen Gruppe gezeigt.

Alles ist besser als nichts zu machen und alles beim Alten zu lassen. Deswegen empfehle ich, Eltern sollten anregen, Lehrer sollten das Projekt einfach beginnen, am besten in einem breiten Bündnis und Schüler sollten vorschlagen, was sie gerne möchten. Einfach ins Tun kommen. ich kann mich da nur wiederholen. Nach dem gemeinsamen Film anschauen stellt sich dann die Frage: Wollen wir damit etwas Praktisches machen?

Die ersten Projekteinheiten sind schnell erstellt, das findet sich auch alles in unserem Buch wieder, und wie man damit nach außen gehen kann. Der Film ist natürlich der Kern und der Leitfaden, den benutze ich selbst immer wieder. 

Last but not least: Gibt es etwas, was du als Initiator oder
das Projekt Schreibmodus aktuell gebrauchen können?

Wir freuen uns über jeden persönlichen Kontakt, über jede Rückmeldung zum Buch und Film und jeden, der an einem Workshop interessiert ist. Jegliche Form von Vernetzung und Berichte zu eigenen Erfahrungen empfinden wir als hilfreich.

Wir probieren, alle möglichen, passenden Verbindungen zusammen zu bringen, so dass sich dieses Projekt und der Beziehungsaufbau mit Schülern weiter entwickeln kann.

Vielen Dank, Jörg Knüfken für dieses aufschlussreiche Interview*.

Te-Logo-orange-35Wer an dem Projekt ‚Schreibmodus‘ näher interessiert ist,
nimmt am besten mit Jörg Knüfken direkt Kontakt auf:
Telefon 0160-637 09 75 · mailto: info[at]schreibmodus.de

*Das Interview führte und transkribierte Jörg Poedtke.

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Wie schön – ein Schmetterling

Entzücken entfährt uns spontan, wenn wir einen (seltenen) Schmetterling sehen. Als Symbol für vollkommene Schönheit.

Oder er erinnert uns an unseren eigenen Weg, den wir von der Raupe zum Schmetterling durchmachen. Er ist eine Einladung dafür, seine authentische Ausstrahlung zu entwickeln und sich Schritt für Schritt mit dem zu zeigen, was einen ausmacht, wofür Mann / Frau steht … und um Gewissheit zu haben, welche Rolle im Beruf und Leben zu uns passt. Und damit zu wissen, warum wir für andere anziehend sind.

Gibt es für jeden Menschen so etwas wie eine Bühne?

Ja, vom Grunde her. Was meint das? Authentische Präsenz. Verstehe ich nicht. Nun ja, ehe hier eine Abhandlung kommt, die als theore-tisch wahrgenommen wird, möchte ich eine Antwort in einer anderen Form liefern, die jedem erlaubt, seine eigenen Schlüsse daraus zu ziehen. Es ist die Form des poetischen Textes.

Brombeer oder die eigene Farbe sein

Ganz ich, sagt der Brombeerstrauch,
sich sanft wiegend im Meer der Freude,
möchte nur in den Farben meines Kleids erklingen,
vollkommen mein eigener Tanz sein.
Anziehend in der Süße meiner Sinne,
in der Süße deiner Sinne.

Geboren aus der Frucht des Lebens;
erkennen wir uns in der Fülle unserer Farben.
Erdig , überlaufend, bärenstark.
Doch welche ist es nun wirklich für mich?
Ausstrahlung ist ihr Name.

Nichts bleibt, sagt die Mode, ich muss mich richten.
Doch sagt das Lächeln der Sternschnuppe,

es sind die Farben deines Wesens,
die sich spiegeln in unserem gemeinsamen Konzert.

Ganz du, für dich bereit.
Die Präsenz deiner Freude, deiner Farben.
Alles Brombeer? 

Ein kleines Spiel zum Schluss? 

Kreativ einen praktischen Impuls für die eigene Präsenz gewinnen:

  • Welche vier Zeilen in dem vorstehenden Text springen dir ins Auge … hast du Resonanz … bleibt dein Blick mehrfach hängen?
  • Schreibe diese vier Zeilen, egal welche es sind, auf einen Zettel,
    lasse sie einen Moment auf dich wirken (= anschauen).
  •  Schreibe dann um diese vier Zeilen drumherum einige Wörter und Halbsätze, die dir spontan in den Sinn kommen.
  • Wenn du fertig bist, stelle dir diese Frage: Was hat das,
    was du jetzt siehst, mit deiner eigenen Präsenz,
    mit der Bühne für deine aktuelle Idee zu tun?
  • Vertraue darauf, dass dir etwas in den Sinn kommt und nimm‘
    es als Impuls mit, damit etwas zu tun – als dein nächster Schritt.

Viel Freude mit der eigenen Inspiration 🙂

P.S. Wenn du Erlebnisse / Erfahrungen / Tipps zum Thema „Präsenz“ mitteilen möchtest, schreibe an mail[at]talentecafe.de (Jörg Poedtke).

P.P.S. Hier gibt es den Text „Brombeer oder die eigene Farbe sein“
als Geschenkkarte zu bekommen (oder unten ↓ aufs Bild klicken).

Brombeer-Vorne

 

Wo ist der passende Ort für mich?

Die Orte unseres Lebens sind von herausragender Bedeutung für unser Wohlbefinden, für unsere Gesundheit, ja, für unsere gesamte Lebensqualität. Diese Lebensorte sind individuell verschieden und gleichen sich dennoch. Sie sind dort, wo wir arbeiten, wohnen, essen, uns vergnügen, den Müßiggang pflegen, uns mit anderen verbinden. In größerer Perspektive zählen sogar die Stadt und das Land zu diesen Orten. Sie sind ein immanent wichtiger Teil für unsere Entwicklung, ja ich möchte sogar behaupten, unser persönliches Glück hängt von den Orten unseres Lebens ab.

Lebensort = Lebensqualität!? 

Ein Lebensort ist eng verknüpft mit der Lebensqualität. In meiner Masterarbeit habe ich mich mit verschiedenen Protestgruppen gegen die „Feste Fehmarnbeltquerung“ beschäftigt. Viele der Protestierenden empfinden den Ausbau der Güterzugstrecke in Ostholstein als einen groben und fahrlässigen Eingriff in ihre Lebensqualität. Sie haben sich unter anderem aus diesem Grund dazu entschlossen, sich in Bürgerinitiativen zusammen zu schließen und einen Großteil ihrer Freizeit dem Protest zu widmen. Die Furcht um den Verlust der Lebensqualität des Lebensortes ist ein so starker Antrieb, um sich zu engagieren, neue Fähigkeiten und neues Wissen zu erwerben. Vielmehr geht es sogar soweit, sich in einen Konflikt zu begeben, der psychisch und physisch belastend ist.  Das heißt, es lohnt sich für seinen individuellen Lebensort zu kämpfen. Damit verbunden ist immer auch der Mut, sich individuell zu entwickeln resp. diese überhaupt erst einmal im eigenen Leben zuzulassen.

Die Sehnsucht als Antrieb fürs Handeln.

Was sich hier wiederspiegelt, ist die Sehnsucht des Menschen herauszufinden, wo er sein möchte und sein Leben verbringen möchte, um die Erfahrungen zu machen, die ihn voranbringen. Bei meinem Philippinen-Projekt war die Sehnsucht eine der stärksten Motive mich auf den Weg zu machen.

Es lohnt sich damit zu beschäftigen, ob der passende Lebensort mehr ist, als nur der Ort zu sein, an dem Geld verdient wird. Selbst wenn wir uns mit diesem Thema intensiver in unserem Leben beschäftigen, so heißt dies nicht, dass wir in fünf Minuten wissen, wo der passende Ort für unser Leben ist. Manche Personen folgen auch an diesem Punkt dem Prinzip Trial and Error, was für mich mit einem hohen Aufwand verbunden ist. Für die einen reicht es aus ihren Lebensort über die Nähe zum Arbeitsplatz zu definieren. Wieder andere meinen ihr eigenes Glück für das Wohl anderer opfern zu müssen, da sie der falschen Vorstellung unterliegen, sie müssten erst ihrer Familie oder ihren Freunden, etwas Recht machen.

Triff eine Entscheidung für dich!

Es geht vielmehr darum, sich auf den Weg zu machen, herausfinden zu wollen, wo dieser Ort ist. Eine Entscheidung zu treffen für diesen Prozess! Das ist gewiss mit einem Risiko verbunden, sich auf das Unbekannte einzulassen, nicht sofort die Lösung zu wissen. Manchmal ist man auch zu zweit oder hat eine Familie und muss diese Frage nicht als Einzelkämpfer beantworten. In jedem Fall sollte das persönliche Vorankommen an diesem Punkt eher im Vordergrund stehen, als es irgendjemandem zu opfern.

Denn wie Mark Twain schon wusste: „In 20 Jahren wirst du mehr enttäuscht sein über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die Dinge, die du getan hast. Also löse die Knoten, laufe aus aus dem sicheren Hafen. Erfasse die Passatwinde mit deinen Segeln. Erforsche. Träume.“

Abschließend ist diese Frage nicht pauschal zu beantworten, sondern ist immer individuell zu betrachten. Was sich sagen lässt, ist, dass ein Lebensort immer mit individueller Lebensqualität verbunden ist, aber auch damit, individuelle Entwicklung zu ermöglichen und zu fördern und den Zweck des Lebens nicht zur reinen Routine werden zu lassen und dem ausschließlichen Konsum unterzuordnen.

Die Protestierenden von der Ostseeküste haben sich auf den Weg gemacht für ihren Lebensort zu kämpfen und ihre Lebensqualität zu beschützen. Sie haben ein echtes Interesse an ihrem Lebensort entwickelt. Dies kann ein Ansporn sein, warum sich dieser manchmal beschwerliche Weg zum richtigen, passenden Ort lohnt und dem einfachen, bequemen Weg, der am Geld oder an anderen Menschen ausgerichtet ist, vorzuziehen ist.

Es wäre allerdings unpassend und nicht angemessen, Menschen, für die man Verantwortung hat wie z. B. Kinder oder pflegebedürftige Eltern, im Stich zu lassen. Sondern hier einen Weg zu finden, der für alle passt. Das meint den Lebensort bewusst zu einem Thema zu machen und gemeinsam herauszufinden, was es konkret bedeutet.
So entstehen mehr Optionen, als im ersten Moment erkennbar sind.

Und was kommt jetzt?