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Das Varieté der Talente – Vielfalt und Austausch

Mi, 15.06.16 – 19 Uhr · Café & Teestube Blattlese · Bad Segeberg ·

Fünf Geschichten für neue Wege

Te-Logo-orange-50Fünf Menschen, fünf Themen: Das Talente Café bietet wieder die Gelegenheit, auf unterhaltsame Weise ein Talent, eine Leidenschaft, ein Thema zu erleben und neue Inspiration und Kontakte mitzunehmen. Varieté der Talente meint Vielfalt und Austausch, heute im Hauptteil mit:

  • AromaWas Chemie Spannendes zu erzählen hat * Mit Wolfgang
  • Verbundenheit – Ein Bild zeigt mehr als 1000 Worte * Mit Stefanie
  • Behütet – JA zur Begegnung und Lebendigkeit, oder? Mit Heinrich
  • Vertrauensvoll – Ich bin mein eigener Psychologe * Mit Mario
  • Schoko – Macht das kleine Schwarze auch gesund? * Mit Monika

Machen wir das Beste draus

… haben sich diese fünf Menschen gesagt, als es darum ging, den nächsten Schritt zu machen, mit dem, was Ihnen persönlich und beruflich am Herzen liegt.

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Im Einstieg, wie immer:
Eine kreative Möglichkeit, sich kennen zu lernen.
Im Ausklang, wie oft: Chance für Vertiefung, Vernetzung.

Für den musikalischen Rahmen sorgt die Folkband Saitenwanderer. 

Anmeldung:
Jörg Poedtke, der auch den Abend moderiert und begleitet.
mail@talentecafe.de – 0178 8 35 35 37

Oder im Café Blattlese – Auch der Flammkuchen lohnt das Kommen

Eintritt: 8 Euro

VeranstaltungsortTeestube Blattlese
Hamburger Str. 39 – 23795 Bad Segeberg

Eine Veranstaltung von und mit Jörg Poedtke
und fünf Mitveranstaltern
Herzlich willkommen

Te-Logo-orange-50mmh lecker…
natürlich * authentisch * inspirierend

Was ist das Varieté der Talente?
Mit Freude etwas zeigen, Stimmungsvolles erleben, Austausch genießen. Die Chance, ein Thema mit Humor zu erleben, kreative Gespräche. Dieses Veranstaltungsformat bietet die Möglichkeit,
sich mit einer (vielleicht bisher mehr verborgenem) Leidenschaft zu zeigen oder zu entdecken, wofür das Herz schlägt.

Zudem umfasst das Talente Café Einzel- und Gruppen-Coaching, Fortbildungen und Projekt-Begleitungen  für den Weg von der Idee zur Verwirklichung. Als Brücke für Kreativität und Selbstvertrauen, Ideen und Umsetzung, Anspruch und Wirklichkeit.

Hier Einladung für Variete der Talente 15.06.16 downloaden

P.S.
Wer Heinrich, mit Nachnamen Wälzholz in seiner Paraderolle als Narr ausführlicher erleben möchte, hat hierzu am 08. 06.16 eine
sehr schöne Gelegenheit. Ab 19 Uhr ebenfalls in der Blattlese.
Hier alle Info für Einladung ‚Wat’n Narrentheater‘ anschauen

Ideen-Dusche – Worauf bist du neugierig?

Do, 14.04.16 – 19 Uhr · Teestube Blattlese · Bad Segeberg ·

Ein Abend für Kreativität,
Austausch und Umsetzung

Te-Logo-orange-50Mit Humor  – Das Thema und andere kennenlernen, dafür nutzen wir wieder das Wortwitz-Spiel: Wer richtig fragt, hat viel gesagt.

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Auf dem Sofa –  Ein Gast im Interview mit Jörg Poedtke: eine Idee, eine Geschichte, eine neue Tür, durchgehen?  Heute: Warum ich im Beruf gerne Gastgeber bin. 

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Anschließend für eigene Ideen – Inspiration und Aus-tausch zu Möglichkeiten für die Umsetzung. Das schafft neue Verbindungen und  macht hier gute Gespräche aus.

Anmeldung
* Dörte Lüthje – doerte.luethje@freenet.de – 0157 76 46 51 27
* Jörg Poedtke – mail@talentecafe.de – 0178 8 35 35 37

Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 7 Euro [Schüler, Arbeitslose, Alleinerz.]

VeranstaltungsortTeestube Blattlese
Hamburger Str. 39 – 23795 Bad Segeberg

Eine Veranstaltung von und mit Jörg Poedtke
Herzlich willkommen – Fragen? Einfach Jörg Poedtke anrufen

Einladung Talente Cafe Do 14..04.16 – Ideen-Dusche – Bad Segeberg

Te-Logo-orange-50Entdecken · Erproben · Erweitern

Was ist das Talente Café? 
Das Talente Café ist ein Veranstaltungsformat mit wechselnden Schwerpunktthemen, mit der Möglichkeit, eine
vielleicht bisher mehr verborgene Leidenschaft zu zeigen
oder neu zu entdecken, wofür das Herz schlägt.

 Des Weiteren gibt es Kurse, Coaching und Projekt-Begleitungen für den Fahrplan von der Idee zur Verwirklichung. Mit Selbstvertrauen den eigenen Weg gehen.  

Stabilität kommt, wenn du tust, wovon du überzeugt bist.

 Ergänzende Info
* Veranstaltungsformat Neuorientierung / Ideen-Dusche
* Wozu ist eine Lern-Werkstatt gut?

Kreativität & Umsetzung – Was meint das genau?

Der eigenen Stimme Ausdruck geben ·

Das ist einer der zentralen Gedanken für DAS TALENTE CAFÈ
und so bringen wir hier neue Möglichkeiten zum Ausdruck – in den Bereichen Ideen, Talente, Projekte, Lernen, Beruf, bereichernde Begegnungen.

Wir, das ist zum einen Jörg Poedtke als Initiator des Talente Café. Zum anderen sind es Menschen, die sich mit dem Talente Café verbunden fühlen, sei es für neue Verbindungen in ihrer Idee oder Projekt nutzen oder die etwas Inspirierendes zu berichten haben.
Siehe auch die Seite „WIR“.

Einen eigenen Fahrplan haben 

Das ist ein weiterer zentraler Gedanke, was das Talente Café ausmacht, genauer gesagt, Unterstützung für einen Fahrplan
zu diesen Schwerpunkten zu bekommen:

  • Veränderung & Beruf
  • Projekt & Präsenz
  • Varieté der Talente

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All das und mehr steckt hinter „Kreativität & Umsetzung“, sei es in der Einzelbegleitung,
in Kursen, in Gruppen oder auch in Varieté-Veranstaltungen. Was ist  ein Varieté-Programm? Es besteht aus einer kleineren oder größeren Anzahl von Darbietungen, die für eine gemeinsame Veranstaltung mosaikartig zusammen- gesetzt werden, zum Beispiel für verborgene Talente.
Für Übersicht der Angebote hier klicken
* Für Module Veränderungs-Werkstatt & Projekt hier klicken

Mit Geschichten von Menschen, ihren Wegen und Zielen. Und somit für Ideen und Träume, Talente und Projekte, aus denen mehr entstehen mag.

Herzlich willkommen für eine neue Verbindung!

Was erwartet Sie oder Dich? Zunächst mal  der Hinweis, dass wir uns entschieden haben, in diesem Blog das Du in der Kommunikation zu verwenden. Das passt zu dem nachfolgenden Gedanken von Johann Wolfgang von Goethe, der in einer Metapher ausdrückt, worum es im Talente Café  auch geht: Einen Rahmen zu haben, in dem eigene Gedanken Raum einnehmen können, sich erlauben können sich zu zeigen, Neuorientierung ermöglichen, Kreatives entstehen lassen, Mut entwickeln, Handlungsfähigkeit gewinnen … es gemeinsam tun.

Es ist nicht genug zu wissen,
man muss es auch anwenden.

Es ist nicht genug zu wollen,
man muss es auch tun.

Te-Logo-orange-50inspirierend · konstruktiv · umsetzend

Viele Anregungen beim Stöbern wünscht

Jörg Poedtke

P.S. Für Anregungen und Fragen mail[at]talentecafe.de.
Immer mal wieder Interessantes bekommen?
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Zeitreisen – Ein Kultur.Forscher -Projekt

Kinder und Jugendliche auf Entdeckungsreise an der Freiherr-vom-Stein-Schule

Mit nachfolgendem Video stellte sich Jörg Poedtke den beteiligten Schülern des Kultur.Forscher-Projektes „Zeitreisen“ vor. Als Ideen-ratgeber, Anleiter für das Vorgehen und Geschichten-Unterstützer begleitet er Schüler für ihre Zeitreisen-Projekte in das alte Ägypten, Griechenland und Rom.

Einladend! Offene Türen empfangen mich, als ich am Donnerstag, 21. Mai den Unterstufentrakt der Freiherr-vom-Stein-Schule in Neu-münster betrete. Es herrscht eine anregende Atmosphäre in den jahrgangsübergreifenden Klassen 5-7.  Ich bin gleich mittendrin in der ästhetischen Forschung , dem Lernen mit allen Sinnen, unter Einbe-zug des Umfeldes und Künstlern, Kreativen, Handwerkern, Wissen-schaftlern.

Ästhetische Forschung = Lernen mit allen Sinnen

Anhand einer Forscherfrage, die sie selbst im Team entwickelt haben, lernen Schüler im Spannungsfeld der nachfolgend zu sehenden Forschungsfelder.  Mal steht die Alltagserfahrung im Vordergrund, mal Vorgehensweisen aus Kunst oder Literatur, mal wissenschaftliche Verfahren – und oftmals, wie heute auch, ist es eine Kombination von allem.

Ästhetische Forschung
Quelle: Leitidee Ästhetische Forschung – Deutsche Kinder und Jugendstiftung

Den eigenen Weg des Lernens entdecken
Der eigenen Neugier nachgehen können

Was mich sofort fasziniert, ist die Tatsache, wie hier der intrin-sischen Motivation (= Motivation, die von innen kommt) Raum gegeben wird: Kaum habe ich in einem weiträumigen Flur meinen Platz mit meinem Talente Café -Banner eingenommen,  begrüßen mich die ersten Schüler und fragen mich, ob ich ihr Forscher-Tagebuch anschauen will. Es gilt gleich für mich, die richtige Balance zwischen Anleitung und Freiheit zu finden, Anleitung und Freiheit für die eigenen Gedanken der Schüler … um so herauszufin-den, ob sie schon eine Forscherfrage haben und was genau sie jetzt brauchen – auf dass sie für meine Hinweise empfänglich sind.

* Beispiel 1: Wie wurden Sklaven behandelt?

  • Jelena und Diana sind in ihrem mehrköpfigen Team für das  Drehbuch verantwortlich, gemeinsam wollen sie in einem Theaterstück zeigen, wie Sklaven unterdrückt wurden. Der Pharao und eine Sklavin spielen die Hauptrolle. Die Mutter und ihre 5 Kinder müssen sterben, weil die Sklavin gegen den Pharao aufbegehrt hat.
    Meine Unterstützung ist gefragt, als es darum geht, von Ideen und Forscherfrage zu Struktur und Spannungsbogen zu kommen. Was mich sehr erfreut hat, ist die Wachheit der beiden, wie sie sich gegenseitig unterstützen und reflektieren, was in ihr Stück hinein-gehört, um am Ende die Forscherfrage beantwortet zu haben. Ihre Neugier, ihr unvoreingenommenes Nachgehen im Austausch lässt uns gemeinsam eine überraschende Wendung für das Stück entwickeln. Zudem nehmen beide mit, was an ihrem Drehbuch zu ändern ist. Aber das gehört ja dazu: Ein Forscher überprüft seine Annahmen, lässt sich auf neue Erkenntnisse im Team ein, ent-wickelt und passt die notwendigen Schritte an. Und setzt diese Schritte unter Berücksichtigung neuer Erkenntnisse um..

Wenn wir ästhetisch lernen, ich meine, wenn wir mit allen Sinnen wahrnehmen, zuhören, empfinden, lernen, dann entsteht etwas,
das sich als lebendige Kommunikation, Reflektion, Klarheit, Weiter-gehen ausdrückt. Es geschieht etwas im gemeinsamen Tun, das sich
als förderliche Entwicklung und Ergebnis begreifen lässt. 

Beispiel 2: Wie viele Steine wurden in einer Pyramide verbaut?

  • Paul und Mattes haben diese Frage für sich gewählt, weil sie auf einem ihnen fremden Gebiet etwas lernen wollten.  Die beiden ergänzen sich sehr schön: Paul erzählt lebhaft von seinen Erkennt-nissen, die er aufgrund von Recherchen im Internet gewonnen hat. Mattes wirkt introvertierter, nachdenklicher, ist gleichwohl sehr wach dabei … und interessiert sich spontan dafür, wie sie ihre Forscher-Ergebnisse anschaulich darstellen sollen.
    „Wie können wir andere neugierig machen, sich unser Projekt genauer anzuschauen? Und sollten wir Zuschauer über eine Aktivität einladen, etwas zu Steinen und Pyramiden zu erfahren?“, lauten zwei von mehreren Fragen in unserem Gespräch. Auch hier geht es darum, das Vorgehen weiter zu verfeinern, Engpässe zu erkennen und das Gerüst für die Darstellung zu skizzieren. Die Freude ist sichtbar zu spüren, wie die beiden Schüler Schritt für Schritt sich auf das Erkunden von Möglichkeiten für ihre Präsenz  einlassen, Ideen verwerfen und Machbares aufgreifen. Am Ende, mehr sei hier nicht verraten, landen wir  gemeinsam bei dem Aufbau für eine Art interaktiver Collage mit Sinneserfahrung.

Nicht nur diese beiden Beispiele haben mir erneut gezeigt, was ergebnisoffene Kommunikation ermöglicht: Im Mittelpunkt stehen Menschen und ihre Erfahrungen und Erkenntnisse … passende Entwicklung kommt in Gang, ein Ergebnis, das sogenannte Produkt formt sich. Und Talente werden auf natürliche Weise sichtbar.

InteresseUnd was ist mit dem Problem der Unsicher- heit? Vertrauen in offene Prozesse ist gefragt, die ästhetische Forschung bietet hierfür den passenden Rahmen. Die Unsicherheit ist eine Herausforderung, aber sie gehört zum Forschungsprozess dazu. Umso wichtiger ist es, mit den Schülern ein Ziel zu formulieren, etwas zu präsentieren. Denn ein stimmiges Ziel vor Augen zu haben, gibt Orientierung, stärkt den Mut und inspiriert die Motivation.

Ist ästhetisches Lernen für andere Felder geeignet?

Unbedingt. Denn das selbstorganisierte, ästhetische Lernen setzt neue Anreize und ist dadurch sehr motivierend, effektiv und effizient, um Antworten hierfür zu entdecken:

  • Wo liegt das echte Interesse? Was begeistert?
  • Was sind die Talente und Rollen in einem Team?
  • Was ist das passende Vorgehen / Schritte als Fahrplan?
  • Was zeigen wir von uns in einem Ergebnis / Produkt?

Das passt für Schüler wie für Arbeitslose, für Mitarbeiter in Unter-nehmen wie für Existenzgründer – und viele andere mehr.

Ästhetische  Forschung ist eine Symbiose aus Prozess und Ziel: Sie macht Sinn, wenn man sich auf den Weg begibt, ohne ein bereits vor-hersehbares Ergebnis zu haben. Ein Weg mit Unwegsamkeiten und ungewissem Ausgang. Die Teilnehmer folgen bestimmten Zielvorstel-lungen und verlassen sie wieder, greifen andere auf, erarbeitete Dinge und Gedankenwege werden umgeformt und so weiter und so weiter.

Sein Interesse und Fähigkeiten dort einbringen, wo etwas Freude macht, ist angesagt. Offenheiten aushalten und sich unter Unsicher- heit entscheiden wird hier eingeübt, die Teilnehmenden knüpfen an Bekanntem an und kommen zu individuell Neuem.

Ästhetisches Lernen hat etwas mit Horizonterweiterung zu tun.
Das ist wie auf einer Reise einen Schatz zu entdecken und diesen gemeinsam heben, könnte man sagen. Die Unterstufen-Schüler der Freiherr-vom-Stein-Schule haben damit begonnen und entdecken so, was es bedeutet ein Forscher zu sein, die richtige Frage zu stellen – und was das alles mit ihnen und ihren Interessen und Talenten zu tun hat. Ich bin schon sehr gespannt, ob es eine Forscher-Feier gibt, auf der sich die Schüler und ihre Projekte zeigen.

Mal schauen, was als Nächstes kommt.

Wissen – Verstehen – Anwenden – Analysieren – Reflektieren – Tun

Te-Logo-orange-85Jörg Poedtke

P.S. Interessante Links zum Thema:
* Freiherr-vom-Stein-Schule – Freude am Lernen, Freude am Leben
* Deutsche Kinder- und Jugendstiftung – Sponsor von Zeitreisen
* 15 Thesen ästhetischer Forschung von Helga Kämpf-Jansen

Was bedeutet Talent & Café?

Wenn man die Geschichte kennt,
versteht man besser, worum es geht.

„Menschen sind Bücher – und manchmal kommen sie gedruckt daher“,  stellt etwas Biografsches in den Mittelpunkt, d.h. Aspekte aus der Biografie eines Menschen, einer Region, einer Gruppe usw.,
um hieraus Impulse für den eigenen Weg abzuleiten.

Und jede/r nimmt Inspirationen und Verbindungen mit, für den nächsten passenden Schritt, die Perspektive und was voranbringt.

Hier mögliche Themen Talente Café-Kurse /-Treffen downloaden:
Talent-und-Cafe-was-ist-das

Weitere Info zu Terminen für Veranstaltungen folgen.
Oder bei Interesse nachfragen, mail[at]talentecafe.de.

Die Themen für Talente Café eignen sich auch für die Einzelbegleitung. – Hier zu: Was ich tatsächlich will 

inspirierend · konstruktiv · zukunftsorientiert ·

Herzlich willkommen

Talent-und-Cafe-mittel

 

Wieso öffnet die passende Frage den richtigen Weg?

Wozu soll das gut sein?

Entdecke deine Moeglichkeiten Bild mittel
Die Antwort sollte wie die Frage etwas Erlebtes sein:
In der Intensität, in der Dringlichkeit, in der Unablässigkeit,
mit der wir persönlich eine Frage stellen. 
Alles Sonstige ist intellektueller Zeitvertreib, etwas, das sich nur im Kopf abspielt.  
Die passende Frage an der richtigen Stelle zur richtigen Zeit zu stellen, weist mir also den Weg zur Antwort?

Ja, weil die richtige Frage, passend gestellt dein Gehirn zum Nachdenken anregt. Assoziativ, unvoreingenommen, nicht gleich festgelegt. Überraschendes weckt die Neugierde, den Spieltrieb.
Wie bei einem Forscher, der etwas herausfinden will. Dranbleiben, nicht vorgekaut.

Die richtige Antwort zu finden, hilft mir angemessen
zu handeln?

Angemessenheit ist so lange etwas Theoretisches, so lange du dich nicht mir ihr beschäftigst. Angemessenheit ist praktisch äußerst wertvoll. Ein Beispiel? Eine Frage, um herauszufinden, was in einer Situation (egal welche) angemessen zu tun ist, ist zum Beispiel diese: „Was brauchst du jetzt?“ Ich meine jetzt, nicht morgen. Kannst du diese Frage akzeptieren? Oder kommt ein Widerstand hoch, weil du eine perfekte Antwort von dir selbst erwartest? Was brauchst du jetzt, um aus dieser Bremse für dein Thema herauszukommen? Vielleicht ein Gespräch mit Jemandem, für eine Bestandsaufnahme, was du brauchst, um den passenden Beruf zu finden? Oder dein Urlaubsziel? Oder aus einer Sackgasse? Dies als Beispiel, wie die richtige Frage zur richtigen Antwort führen kann. Wenn du es zulassen kannst.

Die richtige Handlung zu tun, bringt mich zu neuen Möglichkeiten und was ich wirklich möchte?

Wenn du dich dann weiter fragen würdest, was braucht es jetzt, um in die Handlung zu kommen, würdest du wahrscheinlich eine Liste anlegen können. Und wenn du dann fragst: Was braucht es jetzt? Dann könntest du sehen, es braucht eine Entscheidung. Und du könntest dich für den Punkt auf der Liste entscheiden, der die größte Unterstützung braucht. Als gemeinsame Entscheidung aus Gefühl und Verstand.

All dies führt dich zu einer neuen Erfahrung. Denn erst mit einer neuer Erfahrung vermagst du zu sagen, ob es das ist, was du wirklich möchtest bzw. ob es das ist, was du wirklich wolltest.

Um hierhin zu kommen, ist die Anwendung einer weiteren Frage an der richtigen Stelle entscheidend: Was ist der nächste Schritt?
Und zu wie viel Prozent kannst du erkennen, was der nächste Schritt ist … und nach diesem Schritt auch handeln. Sich die richtigen Fragen stellen zu können, fördert somit passend Handlungsfähigkeit und Manifestationsfähigkeit. Von der Idee zur Umsetzung zu kom- men, gleichgültig, um welche Idee, Situation und Beziehungen es geht.

Kann ich es lernen, richtige Fragen passend zu stellen? 
Will ich das überhaupt?

Ja, Fragen können Unbehagen auslösen. Das wird deutlich weniger, ja erleichtert, wenn das mehr spielerische Benennen eingeschaltet wird; dies verträgt sich allerdings nicht mit dem Ziel, besonders gut funktionieren zu wollen oder die Biografie möglichst aufzupolieren.

Wer also an Entwicklung  – wofür auch immer – interessiert ist, noch nicht so festgelegt, die Wirklichkeit neuer Fragen und Antworten erkunden möchte, für den mag es gewinnbringend sein,
hier anzuklicken:

www.traumverwirklichen.de

P.S. Das Beitragsbild (siehe oben) gehört zum Natur-Banner „Was dich bewegt“. Das ist ein Textil-Wand-Banner als  Kombination aus Natur-Motiv und Anker-Wort. Als Inspiration in einem Raum.
http://www.ideenpoet.de/ideen-in-worte-fassen/

Mehr Selbst-Sicherheit = Gute Beziehungen?

Bildung neu definiert – Ein Plädoyer mit Beispielen   – Teil 2

Jörg Knüfken, Initiator des Projektes „Schreibmodus e.V.“ in Dorsten über Beziehungsaufbau, Selbstsicherheit und was das mit Schreiben nach dem Freedom-Writers-Prinzip zu tun hat.

Jörg, du hast das Projekt Schreibmodus  ins Leben gerufen, da stecken die Worte ‚Schreiben‘ und ‚Modus‘ drin.
Was bedeutet das genau?  
Jörg Knüfken
Jörg Knüfken

Ich fange mal mit dem Wichtigsten an: Schreiben. Letztlich ist es mir in diesem Projekt gelungen, Schülergruppen zu bewegen, regelmäßig ein Tagebuch zu schreiben. Die haben mich ihre Einträge lesen lassen, das war die entscheidende Brücke für mich, die Jugendlichen mit ihren Anliegen wahrhaftig kennenzulernen, ihre Hintergründe, Gedanken und Probleme. So gelang der Beziehungsaufbau, um den es hier im Kern geht. Dieser Beziehungsaufbau fördert die Selbst- sicherheit der Schüler und er hat auch meine Selbstsicherheit im Auftreten vor Schülern gestärkt.  

Wie hat ‚Schreibmodus‘ begonnen, wie ist es entstanden? 

Die Anfangsphase ist jetzt (Sept. 2014) fast dreieinhalb Jahre her.
Es ging damals darum, Schüler einer Brennpunkt-Hauptschule, genauer eines achten Jahrgangs und davon die sogenannten sech-zehn sogenannten schlimmsten Schüler in den Nachmittagsunter-richt zu integrieren, der zu der Zeit bei uns verpflichtend war. 

Diese Schüler galten als nicht beschulbar, im Nachmittagsbereich erst recht nicht, sie zerstörten kollektiv die AGs usw. Wir haben uns gefragt: Wie viele Schüler davon konzentrieren wir in einer Gruppe, damit die anderen wenigstens etwas machen können? Das war vor-rangig. Ich hatte die Aufgabe, sie in irgendeiner Form zu beaufsich-tigen.  Übungen, die sie in ihrer Entwicklung unterstützen sollten, haben ihnen überhaupt nicht gefallen. Daraufhin habe ich beschlos-sen: Das muss ich uns nicht antun, jede Woche nachmittags irgend- etwas Pädagogisches, das bringt nichts, ich zeig‘ den stattdessen jede Woche einen Spielfilm. Auf der Suche nach geeigneten Filmen habe ich „Freedom Writers“ entdeckt. In dem Film  bewegt die amerika-nische Lehrerin Erin Gruwell Ghetto-Kinder, die Waffe wegzulegen und den Stift in die Hand zu nehmen. Wenn die das hinbekommen hat, so dachte ich, wird es auch mit „meinen KIndern“ klappen, die sind gar nicht „soo schlimm“. Ja, so begann unsere Geschichte.

Du hast den Jugendlichen irgendwann ein Tagebuch zum Aufschreiben ihrer Gedanken gegeben. Warum hast du dich hierfür an dem Vorgehen der Freedom Writers orientiert?

Das hat sich Schritt für Schritt entwickelt. Die Freedom Writers sprechen viele Dinge an: Im Film habe ich die Hollywood-Wirklich- keit. Diese wilde Wirklichkeit hat die Jugendlichen bei uns total berührt und angesprochen, weil die Charaktere der Schüler im Film sehr ausgeprägt dargestellt sind … und so konnte ich immer wieder eine Brücke zwischen Film und unserer eigenen Wirklichkeit bauen.  

Der Projektverlauf stand nicht fest, den hab‘ den Woche für Woche ausgestaltet. Ich habe den Schülern vorgeschlagen, ein Spiel zu spielen, mit fünf Aufgaben. Wenn sie die erfüllt haben, fahren wir nach Amsterdam, ist ja nur 2 Stunden Fahrt von uns. Zu diesem Spiel waren sie bereit. 

Einige Übungen, die die Freedom Writers machen, sind im Film skizziert. „Wenn die das können“, habe ich den Schülern gesagt, können wir das auch machen. Sogar die haben Tagebuch geschrieben, dann schreibt ihr doch auch Tagebuch.“ Das führte dazu, dass nicht irgendein dahergelaufener Pädagoge sagt: „Komm, schreib Tage-buch.“ Vielmehr haben die Jugendlichen gesehen, da sind wirklich „schwere“ Jungs und Mädchen, selbst die haben‘s gemacht … dann probier‘ ich es eben auch mal aus. Das war total hilfreich. 

Schön, diese Brücke zwischen Film und Wirklichkeit.
Was hat sich hieraus alles ergeben?

Das ist eine Menge gewesen. Unser Buch heißt zwar „Das Wunder bleibt aus“, gleichwohl sind viele wunderbare Dinge geschehen, zum Beispiel eine 1,5-stündige Skype-Konferenz mit den Freedom-Writers in Amerika. Darüber haben wir die persönlich kennen-gelernt, ein emotionales Erlebnis für die Schüler und für mich.

Dann ist etwas für unser Projekt absolut Entscheidendes passiert: Wie die Freedom Writers haben wir ein eigenes Buch über unsere Tagebücher geschrieben, der Care-Line Verlag hat es veröffentlicht. Hieraus hat sich ergeben, mit den Schülern zusammen unser Projekt deutschlandweit zu präsentieren und Workshops zu geben.

Die Gründungsmitglieder von Schreibmodus e.V.
Die Gründungsmitglieder von Schreibmodus e.V.

Und schließlich haben wir den Verein Schreibmodus gegründet, an dem auch ehemalige Schüler beteiligt sind. Mit diesem Verein realisieren wir Les- ungen, Seminare, Veranstaltungen etc.

Ein Jahr später kam Erin Gruwell zu uns nach Dorsten. Mit ihr, 120 Schülern und 150 Lehrern haben wir eine Ganztags-Veranstaltung durchgeführt. Und es war ein Highlight für mich, von Erin Gruwell für eine Freedom-Writers-Fortbildung nach Long Beach, Los Angeles eingeladen zu werden.

Hinzu kommen mittlerweile weltweite, nachhaltige Kontakte. So mischen sich Film-Wirklichkeit, reale Wirklichkeit und mediale Ereignisse. Ich persönlich mag es sehr, damit ein bisschen zu spielen.

Spielen und Fortbildung nochmals vertieft: 
Wer ist dann Jörg Knüfken in diesem Projekt?

Ich sehe mich zunehmend als Anstifter für andere Pädagogen. Ich habe eine Erfahrung gemacht, die nenne ich die Quadratur des Kreises. Damit meine ich, ich war in meinem Denken in dem System, in dem ich mich bewege, verhaftet. Dieses System, Bildung genannt, ist aus meiner Sicht einseitig ausgerichtet. Von Jugendlichen wird zuallererst verlangt: Du musst in das System passen, es gibt keinen anderen Weg. 

Hier war es andersherum, und das hat wirklich hervorragend geklappt: Das System muss zum Schüler passen, was ich ich total genial finde und gerne weitergeben möchte. Im Nachhinein betrachtet war es einfach, dass auf diese Weise untereinander Beziehungen entstanden sind, die Sicherheit geben. Die Schüler haben praxisnah sehr viel gelernt, auch wenn sie das Gefühl haben, sie würden gar nicht viel lernen. All diese Erfahrungen und Ergebnisse empfinde ich als einen Segen.

Was ist das Erfolgsgeheimnis dieses Vorgehens?
Warum legen Jugendliche den Schalter zu konstruktiver Entwicklung um?  Sie galten als unbeschulbar …

Keine leichte Frage … Ich meine, meine Kollegin und ich haben einen ewigen Kreislauf durchbrochen. Wer respektiert wen zuerst? Und wie baut sich wechselseitig Respekt auf? Das waren entscheidende Fragen. Indem wir ihre Tagebücher gelesen haben, haben wir gesagt: Wir bringen den Jugendlichen erst mal unbedingten Respekt für ihre Lebensleistung entgegen. Diesen, unseren Respekt haben sie aufge-nommen, aufgesaugt, und es war sehr schnell so, dass wir diesen Respekt zurückbekommen haben. 

Respekt geben und Respekt  nehmen ist wie in einem Ping-Pong-Spiel, das immer noch funktioniert. Genau dies gibt den Jugendlichen das Gefühl der Sicherheit und der Druck wird aus der Gesamtsituat-ion herausgenommen. Jeder weiß: Ich brauch‘ nicht um meinen Status kämpfen, ich bin einfach da. Gerade mit diesen ersten Gruppen von insgesamt 140 bis 150 Schülern ist so viel gelungen. Im besten Sinne konnte Nähe entstehen, das war entscheidend.

Das Buch, das du mit den Jugendlichen geschrieben hast, heißt „Das Wunder bleibt aus.“ Worum geht es darin?

Schreibmodus Das Wunder bleibt ausDas Buch gibt vier verschiedene Punkte aus dem Projekt wieder. Grundsätzlich werden Methodik und Übungen beschrieben, die wir gemacht haben. Darüber hinaus ist es ein Handbuch für Lehrer. Herzstück sind allerdings die zusammengefassten Tagebuch-Einträge der Schülerinnen und Schüler, auch meine Einträge sind dabei. Das Ganze ist schon sehr emotional. 

Der Leser bekommt einen tiefen Einblick in einen Lebensabschnitt der Schüler sowie in den Projektalltag mit allen Höhen und Tiefen und den Schwierigkeiten, die es immer wieder gab. Die Schüler selbst sind mit einigen Portraits charakterisiert. 

Inzwischen gibt es sogar ein Fortbildungsprogramm.
Was macht euer Fortbildungsangebot aus?

Unser Fortbildungsprogramm ist sehr praxisnah. Es steht unter der Leitlinie, alles, was wir den Schüler anbieten, vorher selbst auszu-probieren. So fangen auch die Lehrer-Kollegen und -Kolleginnen an, probeweise Tagebuch zu schreiben und machen wesentliche Elemente exemplarisch mit. 

Als Alleinstellungsmerkmal sehe ich auch, dass ehemalige Schüler – soweit es ihnen terminlich möglich ist – bei der Fortbildung mit dabei sind. Als weiteren Schwerpunkt haben wir eingebaut, wie man mit Schülern noch weiter arbeiten kann. Neben dem Freedom-Writers-Schreiben vermitteln wir das erfahrungsorientierte Lernen. Zudem sensibilisieren wir die Teilnehmer, wenn selbst so eine Art Projekt realisieren möchten, wie sie Ressourcen, die vielleicht sonst nicht zur Verfügung stehen, hier einbringen können. Da gibt‘s im Umfeld zum Beispiel Theater-Pädagogen, Sportler usw., die gut hineinpassen.

Was ist das Hauptanliegen?

Wir möchten dafür begeistern, dass es Möglichkeiten gibt, nach-haltige Beziehungen mit Schülern aufzubauen. Dafür ist unsere Methode ein Weg, es gibt sicher noch weitere. Beziehungsaufbau ist die absolute Grundlage, um lernen zu können und den Schulalltag erfolgreich zu gestalten. Das ist der Kern unseres Forbildungs-angebots. Und wir in der Schule sind für diesen Beziehungsaufbau verantwortlich, denn der ist wie gesagt sehr wesentlich.  

Hast du eine Empfehlung für Schüler, Eltern und Lehrer,
die sich inspiriert fühlen, dem Freedom-Writers-Prinzip näher zu treten, es selbst auszuprobieren?

Ich würde das Thema, um das es hier geht, entproblematisieren, ein- fach machen, einfach loslegen. Den Film zu zeigen ist ein guter Start-punkt, das funktioniert nach wie vor, auch wenn er bereits sieben Jahre alt ist. Gerade gestern habe ich ihn einer neuen Gruppe gezeigt.

Alles ist besser als nichts zu machen und alles beim Alten zu lassen. Deswegen empfehle ich, Eltern sollten anregen, Lehrer sollten das Projekt einfach beginnen, am besten in einem breiten Bündnis und Schüler sollten vorschlagen, was sie gerne möchten. Einfach ins Tun kommen. ich kann mich da nur wiederholen. Nach dem gemeinsamen Film anschauen stellt sich dann die Frage: Wollen wir damit etwas Praktisches machen?

Die ersten Projekteinheiten sind schnell erstellt, das findet sich auch alles in unserem Buch wieder, und wie man damit nach außen gehen kann. Der Film ist natürlich der Kern und der Leitfaden, den benutze ich selbst immer wieder. 

Last but not least: Gibt es etwas, was du als Initiator oder
das Projekt Schreibmodus aktuell gebrauchen können?

Wir freuen uns über jeden persönlichen Kontakt, über jede Rückmeldung zum Buch und Film und jeden, der an einem Workshop interessiert ist. Jegliche Form von Vernetzung und Berichte zu eigenen Erfahrungen empfinden wir als hilfreich.

Wir probieren, alle möglichen, passenden Verbindungen zusammen zu bringen, so dass sich dieses Projekt und der Beziehungsaufbau mit Schülern weiter entwickeln kann.

Vielen Dank, Jörg Knüfken für dieses aufschlussreiche Interview*.

Te-Logo-orange-35Wer an dem Projekt ‚Schreibmodus‘ näher interessiert ist,
nimmt am besten mit Jörg Knüfken direkt Kontakt auf:
Telefon 0160-637 09 75 · mailto: info[at]schreibmodus.de

*Das Interview führte und transkribierte Jörg Poedtke.

Schreibmodus Logo-5

Wie schön – ein Schmetterling

Entzücken entfährt uns spontan, wenn wir einen (seltenen) Schmetterling sehen. Als Symbol für vollkommene Schönheit.

Oder er erinnert uns an unseren eigenen Weg, den wir von der Raupe zum Schmetterling durchmachen. Er ist eine Einladung dafür, seine authentische Ausstrahlung zu entwickeln und sich Schritt für Schritt mit dem zu zeigen, was einen ausmacht, wofür Mann / Frau steht … und um Gewissheit zu haben, welche Rolle im Beruf und Leben zu uns passt. Und damit zu wissen, warum wir für andere anziehend sind.

Gibt es für jeden Menschen so etwas wie eine Bühne?

Ja, vom Grunde her. Was meint das? Authentische Präsenz. Verstehe ich nicht. Nun ja, ehe hier eine Abhandlung kommt, die als theore-tisch wahrgenommen wird, möchte ich eine Antwort in einer anderen Form liefern, die jedem erlaubt, seine eigenen Schlüsse daraus zu ziehen. Es ist die Form des poetischen Textes.

Brombeer oder die eigene Farbe sein

Ganz ich, sagt der Brombeerstrauch,
sich sanft wiegend im Meer der Freude,
möchte nur in den Farben meines Kleids erklingen,
vollkommen mein eigener Tanz sein.
Anziehend in der Süße meiner Sinne,
in der Süße deiner Sinne.

Geboren aus der Frucht des Lebens;
erkennen wir uns in der Fülle unserer Farben.
Erdig , überlaufend, bärenstark.
Doch welche ist es nun wirklich für mich?
Ausstrahlung ist ihr Name.

Nichts bleibt, sagt die Mode, ich muss mich richten.
Doch sagt das Lächeln der Sternschnuppe,

es sind die Farben deines Wesens,
die sich spiegeln in unserem gemeinsamen Konzert.

Ganz du, für dich bereit.
Die Präsenz deiner Freude, deiner Farben.
Alles Brombeer? 

Ein kleines Spiel zum Schluss? 

Kreativ einen praktischen Impuls für die eigene Präsenz gewinnen:

  • Welche vier Zeilen in dem vorstehenden Text springen dir ins Auge … hast du Resonanz … bleibt dein Blick mehrfach hängen?
  • Schreibe diese vier Zeilen, egal welche es sind, auf einen Zettel,
    lasse sie einen Moment auf dich wirken (= anschauen).
  •  Schreibe dann um diese vier Zeilen drumherum einige Wörter und Halbsätze, die dir spontan in den Sinn kommen.
  • Wenn du fertig bist, stelle dir diese Frage: Was hat das,
    was du jetzt siehst, mit deiner eigenen Präsenz,
    mit der Bühne für deine aktuelle Idee zu tun?
  • Vertraue darauf, dass dir etwas in den Sinn kommt und nimm‘
    es als Impuls mit, damit etwas zu tun – als dein nächster Schritt.

Viel Freude mit der eigenen Inspiration 🙂

P.S. Wenn du Erlebnisse / Erfahrungen / Tipps zum Thema „Präsenz“ mitteilen möchtest, schreibe an mail[at]talentecafe.de (Jörg Poedtke).

P.P.S. Hier gibt es den Text „Brombeer oder die eigene Farbe sein“
als Geschenkkarte zu bekommen (oder unten ↓ aufs Bild klicken).

Brombeer-Vorne

 

Stimmt das?

Ein Beruf als Rückgrat fürs Leben? Wenn das mehr als ein frommer Wunsch sein soll, braucht es die genauere Betrachtung des Zitats von Nietzsche. Oder ist dieses Zitat ein zu hehrer Anspruch, der sich angesichts der Realität so oder so nicht erfüllen lässt? Schauen wir uns deshalb die Verbindung von Beruf und Leben etwas genauer an.

Manche tun so, als ob Beruf und Leben zwei getrennte Dinge seien. Oder wie ein bekannter Radiosender in seinem Slogan behauptet: „Und das Leben beginnt.“ Das Leben beginnt also nach Feierabend? Andere meinen, es gibt den passenden Beruf, das habe etwas mit Berufung zu tun … und reiben sich genau an diesem Punkt auf.
Alle Meinungen, denen ich zu diesem Thema begegne, in Artikeln,
in Gesprächsrunden oder in Projekten, weisen auf einen äußerst bedeutsamen Punkt hin: Unsere Lebenszufriedenheit
hängt mit unserer Jobzufriedenheit zusammen
.

Zeit für mich, diese Aussage näher zu betrachten, mit einem anderen Blickwinkel, so wie ihn das Zitat von Nietzsche ausdrückt. Es ist als Anker hilfreich, mit dem sich die eigene Position zu Beruf, Rückgrat und Leben klären lässt. Ein Impuls für eigene Gedanken.

Seine berufliche Rolle zu finden und anzunehmen,
ist nicht automatisch bequem. Es ist authentisch.

Heute sind Menschen frei in der Wahl ihres Jobs. Es stehen viele Berufsbilder und Studienabschlüsse zur Verfügung, da kann man schon mal den Überblick verlieren. Kann es hierfür einen Kompass geben, der es ermöglicht, einen Job zu finden, der zu einem passt?
Ja, wo Job- und Lebenszufriedenheit miteinander harmonieren?

Ich gehe sogar einen Schritt weiter und sage, dass Kompass und passendes Ergebnis möglich sind, wenn wir alle zugehörigen Aspekte aus der Perspektive einer Rolle betrachten. Rolle meint, einen Beruf,  eine Funktion, die wir ausüben mit unseren persönlichen Facetten auszufüllen. Damit verständlicher wird, was ich hiermit meine,
will ich es an einem Beispiel aus der Praxis verdeutlichen.

Nehmen wir an, Susanne ist Farb- und Stilberaterin und leitet Men- schen an, die für sie passenden Farben für Kleidung und Wohnraum herauszufinden, sich so wohler mit sich selbst zu fühlen und anzieh-ender zu sein. Präsenz als Ausdruck einer inneren Haltung sich selbst und anderen gegenüber. Sie liebt diesen Beruf und übt ihn wirklich gerne und erfolgreich aus, nur an einem Punkt hakte es jahrelang: mit der eigenen Präsenz in Vorträgen. Sie schaffte es nicht, ihren Beruf, also was sie macht und wofür sie steht, in Vorträgen zu präsentieren. Was im Einzelgespräch gelang, ging nicht, sobald sie gefordert war, vor mehreren Menschen etwas zu sagen. Ihr Beruf war in diesen Mo-menten nicht ihr Rückgrat. Ihr versagte tatsächlich die Stimme.

Authentizität ist am Menschen interessiert.

Susanne hatte dieses Problem sich selbst zu zeigen, weil sie ihren Beruf nicht mit ihrer eigenen Rolle ausfüllte. Ihr fehlten hierfür
zentrale Bezugspunkte, für das ihr gemäße Handeln:

  1. Die Bewusstheit, dass eine berufliche Rolle innere und äußere Komponenten besitzt.
  2. Der Zugang zu diesen Komponenten, z.B. „Was ist einzigartig an mir? Und was bedeutet das im Alltag für meinen Beruf?“
  3. Das authentische Interesse = die echte Bereitschaft für neue konstruktive Entwicklung, sie wollte aus dem Hamsterrad der ewig gleichen Ereignisse für ihren Beruf vorbehaltlos heraus.

Mit Unterstützung hat sie herausgefunden, wer sie in ihrer Rolle
im Moment der öffentlichen Präsenz wirklich sein möchte, was sie hierfür braucht und was zu tun ist, um mit sich selbst und den Zuhörern in Verbindung zu bleiben. Und: Das ihr gemäße Handeln war auch für ihre Empfänger gemäß, es wurde zur passenden Brücke.

Susanne hat nach 20 Jahren erfolgreich ihren ersten Vortrag ge-halten, mit viel Applaus und Resonanz, weil sie ausgestrahlt hat, was bis dato nur im Einzelgespräch gelang. Das geschah, weil sie für sich akzeptiert hat: Es geht nicht um Perfektion, sondern darum etwas abzuliefern, was für sie selbst und andere ein hilfreicher Beitrag ist. Sie hat wie in einer guten Fußballmannschaft, in der die starken Mit-glieder die schwächeren durch hilfreiche Kommunikation stärken und einbinden, den schwächsten Punkt identifiziert, in Fluss ge- bracht  und zum Rückgrat ihrer authentischen Präsenz ausgebaut.

Was tun? In den konstruktiven Dialog eintreten.

Was tun, wenn die Gleichung Lebenszufriedenheit = Jobzufrieden- heit zu sehr aus dem Gleichgewicht geraten ist?
Bei Susanne war es die Angst, etwas zu vollenden, genauer gesagt ihre eigene berufliche Rolle in allen Situationen anzunehmen, sich einzubringen und hierfür etwas konstruktiv Neues zu tun.

Ich plädiere an dieser Stelle mal wieder dafür,
unvoreingenommen mit einer Frage zu starten:

Was brauche ich wirklich, um meinen Beruf
zum Rückgrat fürs Leben auszubauen?

Also, mit der Bestandsaufnahme beginnen und mit Eigenverant-wortung und Augenmaß schrittweise vorangehen, zum Beispiel für einen beruflichen Teilaspekt, in dem es leichter fällt, das Notwendige zu tun. Dann kommt auf organische  Weise das Mögliche und plötz-lich entsteht das Unmögliche. Da bin ich wirklich zuversichtlich.

Jörg Poedtke

P.S. Ich freue mich auf Rückmeldungen zu Erfahrungen jeder Art,   wie der Beruf das Leben beeinflusst hat. mail[at]talentecafe.de

* Ergänzender Artikel Spiegel Online:Wo bist du nur, perfekter Job?

Anstiften für Bio – Hier kann ich’s erfahren

Ein aufschlussreiches Interview mit Simone Schmidt über nachhaltige Lebensmittel aus der Region und was freundschaftliche Beziehungen 
mit der Wahl ihres Standortes zu tun haben.

Simone, was macht ihr als Team in der Natur-KostBar?
Was gibt es denn Kostbares oder Bares bei euch?

Kostbar (… lacht) sind natürlich die biologischen Lebensmittel, die wir zu unterschiedlichen Produkten verarbeiten. In der Natur-KostBar verwöhnen wir unsere Gäste mit biologischem Mittagstisch, lecker und gesund. Zum anderen kochen wir das Mittagessen für Grund-schulen und Kindergärten. Des Weiteren beliefern wir Veranstal-tungen unterschiedlicher Art, sei es für privat oder für eine Tagung. Alles Bio-Catering erfolgt in zertifizierter Bio-Qualität.

Wie bist du auf die Idee der Natur-KostBar gekommen?

Diese Idee liegt schon einige Jahre zurück, sie hängt mit der Gründung meiner Selbstständigkeit vor vier Jahren zusammen. Ich hatte das gar nicht so geplant, alles hat sich auf recht einfache Weise ergeben. Ich war zuvor in der Innenstadt in Kiel gewesen und bin dann nach zwei Jahren in die Holtenauer Straße gewechselt. Bevor ich gewechselt bin, hatte ich mich mit dem Bio-Bäcker Brotgarten „angefreundet“, es hat sich eine freundschaftlich-kooperative Beziehung ergeben, die sich immer weiter entwickelt hat. Wir hatten auch geschäftliche Interessen, die sich ergänzt haben und so kamen wir auf die Idee, die Angebote an einem Standort miteinander zu kombinieren … und somit auch zu harmonieren. Ja, es harmoniert einfach gut: Das, was man täglich braucht, eben Brot, ist gut zu ergänzen mit etwas Leckerem für die Mittagszeit und andersherum. Eine wunderbare Kombination.

Ist diese freundschaftliche-kooperative Beziehung mit ein Grund, warum ihr euch an diesem Standort wohlfühlt?

Ja, auf jeden Fall.

Inwieweit spielen freundschaftliche Beziehungen
für den Fortgang deines Projektes eine Rolle?

Dieser Ort ist aktuell der einzige Standort in Kiel … jetzt sind wir dort für einen gewissen Zeitraum, aus dem sich auch unglaublich andere tolle Dinge entwickeln, z.B. Bio-Catering-Service für Veranstal-tungen, das entwickelt und verbreitet sich immer weiter … alle unsere Angebote kommen so Schritt für Schritt in die Welt.

Brücken bauen, das gehört auch zum Talente Café.
Deshalb nachgefragt: Was kannst du gebrauchen, damit
sich das Angebot der Natur-KostBar weier verbreitet?

Ich sag‘ mal, was mir wichtig ist: Ich möchte noch mehr Menschen erreichen, die die Wertigkeit in diesen Lebensmitteln erkennen und für sich auch schätzen lernen. Es sind viele neue Kunden zu uns gekommen, für die vegan und vegetarisch relativ neu war. Sich auf so ein anderes Angebot einzulassen, wie wir es haben, ist für Kunden, die Fleisch gewöhnt sind … durchaus hier und da schwierig … und ich muss sagen, es gelingt uns oft, dass diese Menschen offen werden, sich darauf einzulassen und eine neue Erfahrung mit biologisch wertvollem Essen zu machen. Für uns ist das ist ein toller Schritt, biologische Lebensmittel auf diese Weise weiter zu verbreiten, sie auf den Weg zu bringen … und es so noch mehr Freunde für diese Wertigkeit, für diese Qualität gibt.

Interessanterweise taucht in deinen Ausführungen das Wort „Freunde“ auf, das an „Freundschaftliches“ anknüpft. Ist das deine Einladung, in die Natur-KostBar zu kommen?

Alle sind sehr herzlich eingeladen, unser Angebot auszuprobieren. Am besten mit Neugierde kommen, um das Kostbare, das wir als Mittagstisch anbieten, für sich zu entdecken
und eine neue Erfahrung mitzunehmen.

Neugier und Ausprobieren sind die nächsten Stichworte:
Warum hat die Umsetzung der Idee „Natur-KostBar“ geklappt? Was waren und sind die wesentlichen Punkte?

Weil es die Kunden sehr schätzen, dass ich all diese Dinge, also die Mittagsessen selbst vorbereite und koche, zu Anfang habe ich in der Natur-KostBar auch gestanden und die Essen selbst verkauft. 
Insgesamt ist das eine besondere Kombination, wir sind mit nachhaltigen Lebensmitteln sehr vertraut, wir kennen uns in diesem Bereich extrem gut aus, also was die passenden Produkte sind, und wie sie zubereitet und dargereicht werden sollten. Es tauchen auch eine Menge Fragen von Kunden auf, bezüglich der Lebensmittel und ihrer Bestandteile … und die wir alle beantworten können. Diese Fragen können wir total authentisch beantworten, das ist sehr, sehr wichtig … und ich meine, so kommt es auch bei den Kunden an.
In gewisser Weise fühlen sich Kunden beim Essen dann befreiter,
sie können das Essen noch mehr genießen.

Gibt es eine Entwicklung, die für die Zukunft der Natur-KostBar besonders toll oder förderlich wäre?

Ja, da gibt es eine Idee, die ich von Anfang an habe … auch heute noch hab‘ ich sie… und auch morgen werde ich sie noch haben: Das ist dieser Gedanke von Bio, was steckt dahinter … und genau hiermit Leute anzustecken, anstiften nenne ich es … Irgendetwas zu stiften, dass die Menschen mehr Bewusstsein für den Umgang mit Lebens-mitteln gewinnen … gerade mit diesen Themen, die wir jeden Tag in der Zeitung lesen … und dass sich dieses Bewusstsein weiter aus-breitet. Insofern ist mein bisheriger Weg mit der Natur-KostBar
für mich in gewisser Weise befreiend gewesen.

Man könnte auch sagen:  Anstiften für Bio,
hier kann ich’s erfahren – in der Natur-KostBar.
Vielen Dank fürs Gespräch, Simone.

Das Interview führte Jörg Poedtke auf Hof Viehbrook,
ein Beispiel für ein authentisches Schaufenster.

Kontakt
Simone Schmidt Inhaberin NaturkostBar
Simone Schmidt Inhaberin Natur-KostBar

Wer einmal die Natur-KostBar und ihren wundervollen Mittagstisch kennenlernen möchte:
Dienstag – Freitag, 11.00 -14.30 Uhr
Holtenauer Straße 50
24105 Kiel

mailto: naturkostbar[at]web.de
Telefon: 0173 97 20 268

 

Wo ist der passende Ort für mich?

Die Orte unseres Lebens sind von herausragender Bedeutung für unser Wohlbefinden, für unsere Gesundheit, ja, für unsere gesamte Lebensqualität. Diese Lebensorte sind individuell verschieden und gleichen sich dennoch. Sie sind dort, wo wir arbeiten, wohnen, essen, uns vergnügen, den Müßiggang pflegen, uns mit anderen verbinden. In größerer Perspektive zählen sogar die Stadt und das Land zu diesen Orten. Sie sind ein immanent wichtiger Teil für unsere Entwicklung, ja ich möchte sogar behaupten, unser persönliches Glück hängt von den Orten unseres Lebens ab.

Lebensort = Lebensqualität!? 

Ein Lebensort ist eng verknüpft mit der Lebensqualität. In meiner Masterarbeit habe ich mich mit verschiedenen Protestgruppen gegen die „Feste Fehmarnbeltquerung“ beschäftigt. Viele der Protestierenden empfinden den Ausbau der Güterzugstrecke in Ostholstein als einen groben und fahrlässigen Eingriff in ihre Lebensqualität. Sie haben sich unter anderem aus diesem Grund dazu entschlossen, sich in Bürgerinitiativen zusammen zu schließen und einen Großteil ihrer Freizeit dem Protest zu widmen. Die Furcht um den Verlust der Lebensqualität des Lebensortes ist ein so starker Antrieb, um sich zu engagieren, neue Fähigkeiten und neues Wissen zu erwerben. Vielmehr geht es sogar soweit, sich in einen Konflikt zu begeben, der psychisch und physisch belastend ist.  Das heißt, es lohnt sich für seinen individuellen Lebensort zu kämpfen. Damit verbunden ist immer auch der Mut, sich individuell zu entwickeln resp. diese überhaupt erst einmal im eigenen Leben zuzulassen.

Die Sehnsucht als Antrieb fürs Handeln.

Was sich hier wiederspiegelt, ist die Sehnsucht des Menschen herauszufinden, wo er sein möchte und sein Leben verbringen möchte, um die Erfahrungen zu machen, die ihn voranbringen. Bei meinem Philippinen-Projekt war die Sehnsucht eine der stärksten Motive mich auf den Weg zu machen.

Es lohnt sich damit zu beschäftigen, ob der passende Lebensort mehr ist, als nur der Ort zu sein, an dem Geld verdient wird. Selbst wenn wir uns mit diesem Thema intensiver in unserem Leben beschäftigen, so heißt dies nicht, dass wir in fünf Minuten wissen, wo der passende Ort für unser Leben ist. Manche Personen folgen auch an diesem Punkt dem Prinzip Trial and Error, was für mich mit einem hohen Aufwand verbunden ist. Für die einen reicht es aus ihren Lebensort über die Nähe zum Arbeitsplatz zu definieren. Wieder andere meinen ihr eigenes Glück für das Wohl anderer opfern zu müssen, da sie der falschen Vorstellung unterliegen, sie müssten erst ihrer Familie oder ihren Freunden, etwas Recht machen.

Triff eine Entscheidung für dich!

Es geht vielmehr darum, sich auf den Weg zu machen, herausfinden zu wollen, wo dieser Ort ist. Eine Entscheidung zu treffen für diesen Prozess! Das ist gewiss mit einem Risiko verbunden, sich auf das Unbekannte einzulassen, nicht sofort die Lösung zu wissen. Manchmal ist man auch zu zweit oder hat eine Familie und muss diese Frage nicht als Einzelkämpfer beantworten. In jedem Fall sollte das persönliche Vorankommen an diesem Punkt eher im Vordergrund stehen, als es irgendjemandem zu opfern.

Denn wie Mark Twain schon wusste: „In 20 Jahren wirst du mehr enttäuscht sein über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die Dinge, die du getan hast. Also löse die Knoten, laufe aus aus dem sicheren Hafen. Erfasse die Passatwinde mit deinen Segeln. Erforsche. Träume.“

Abschließend ist diese Frage nicht pauschal zu beantworten, sondern ist immer individuell zu betrachten. Was sich sagen lässt, ist, dass ein Lebensort immer mit individueller Lebensqualität verbunden ist, aber auch damit, individuelle Entwicklung zu ermöglichen und zu fördern und den Zweck des Lebens nicht zur reinen Routine werden zu lassen und dem ausschließlichen Konsum unterzuordnen.

Die Protestierenden von der Ostseeküste haben sich auf den Weg gemacht für ihren Lebensort zu kämpfen und ihre Lebensqualität zu beschützen. Sie haben ein echtes Interesse an ihrem Lebensort entwickelt. Dies kann ein Ansporn sein, warum sich dieser manchmal beschwerliche Weg zum richtigen, passenden Ort lohnt und dem einfachen, bequemen Weg, der am Geld oder an anderen Menschen ausgerichtet ist, vorzuziehen ist.

Es wäre allerdings unpassend und nicht angemessen, Menschen, für die man Verantwortung hat wie z. B. Kinder oder pflegebedürftige Eltern, im Stich zu lassen. Sondern hier einen Weg zu finden, der für alle passt. Das meint den Lebensort bewusst zu einem Thema zu machen und gemeinsam herauszufinden, was es konkret bedeutet.
So entstehen mehr Optionen, als im ersten Moment erkennbar sind.

Und was kommt jetzt?

 

Humor ist, wenn man trotzdem lacht?

Bildung kann anders sein – Ein Plädoyer mit Beispielen   – Teil 1

Man kann nur das lernen und damit etwas unternehmen, was einen wirklich interessiert.  

Immer wieder, wenn ich Artikel über Bildung lese, sei es zu Schule oder Studium, zu Lehrern oder Schülern, dann fühle ich mich an meine Schulzeit in den 70ern des letzten Jahrhunderts erinnert.
So als ob sich nicht wirklich etwas zum Konstruktiven hin bewegt.

Und doch gibt es Beispiele, die sich heute als Schule im AufbruchSchule im Aufbruch manifestieren und die sich sogar per DVD anschauen lassen.

So ähnlich wie der obige Leitsatz sagt es der bekannte Neuro- biologe Gerald Hüther auf der DVD zur Roadschow Lernlust statt Schulfrust.

Zusammen mit Schülern und der Schulleiterin Margret Rasfeld vermittelte er in 11 Städten,  was erforderlich ist, damit Schule im Aufbruch gelingt. Lebendige Praxis, entstanden in einer Schule in Berlin,
keine Theorie. Hier lebt offenbar der Grundsatz Wissen = Handeln.

Dieses Beispiel inspiriert, finde ich jedenfalls, weil es belegt, was Bildung ausmacht,wenn sie funktioniert: Wenn etwas unter die Haut geht, es  selbst erarbeitet werden darf, das möglichst mit anderen, Anerken- nung dabei ist und der größere Zusammenhang begreifbar wird.

Befreiend

Schule im Aufbruch ist ein Beispiel von vielen, was sich an konstruktiv Neuem in der Bildungslandschaft tut: Neue, praktische Möglichkeiten für ermutigende Lernkultur. Passende Rahmenbedingungen in diversen Projekten ermöglichen günstigere Lernerfahrungen. Weil es Spass und Freude macht, auch für die Lehrer, kann eine förderliche Beziehungskultur entstehen. Das verbindet diese Beispiele.

Seit Anfang 2013 hat es Bildungsstifter.de sich zur Aufgabe gemacht, hier mehr Transparenz  zu schaffen, Bildungsprojekten und -iniativen eine Plattform zu geben.

Es bewegt sich offensichtlich etwas, wenn Vorstellungskraft und Willenskraft, ja Handlungsmut zusammenkommen. Anders gesagt: Wenn die Fähigkeit zur Kreativität vorhanden ist, ist es leichter, unvoreingenommen zu denken und zu benennen, was einen gerade bewegt. Und es gelingt leichter zu entdecken, was das Beste in einer Situation ist und was sich zu verfolgen lohnt. Man kann das auch als Fähigkeit zur Problemlösung bezeichnen. 

Anerkennung ist hierfür ein Lösungswort, das Kreativität öffnet und fokussiert. Das ist wie ein Stein, der ins Wasser fällt, sich als Beweg- ung fortpflanzt und als Resonanz für Möglichkeiten zurückkommt.

Ausblick

Bedeutet diese junge Entwicklung, dass Entscheider, Lehrer, Eltern sich mit ihrer eigenen Rolle anders als bisher beschäftigen sollten?

Ich meine ja. Denn wie sollte es anders gehen, als die Fähigkeiten für aufrichtiges Interesse an Entwicklung neu zu kultivieren. Das führt dann zu authentischen Persönlichkeiten, wie sie gebraucht werden.

Wie das praktisch gelingen kann, wird mein nächster Artikel zum Projekt Schreibmodus beleuchten. Bildung praktisch neu definiert oder wie Interesse, Respekt und Selbst-Sicherheit zwischen Lehrer und Schüler entstehen konnten.

Te-Logo-orange-35Und das können wir auch tun.
Wenn wir hieran wirklich interessiert sind.

 

Warum ich dem Ruf des Abenteuers gefolgt bin?

Eine neue Kultur von Menschen und des Zusammenlebens kennenzulernen  

stand als Sehnsucht am Anfang meines Philippinen-Projekts 2010/11. Die Zeit zwischen Bachelor-Abschluss und Masterstudium schien mir der richtige Zeitpunkt, um nicht wie bisher nur mit dem Geist zu arbeiten, sondern mehr praktische Erfahrungen zu sammeln.

Doch was fehlte für den Start? Das richtige, zu mir passende Projekt.

Erasmus, ein Auslandssemester an einer anderen Universität, war eine Möglichkeit. Mit dieser fühlte ich mich allerdings nicht ganz wohl, da es der gleiche Topf nur mit einem anderen Deckel geworden wäre. Im Grunde war die Projektfindung im Nachhinein einfacher als im ersten Moment gedacht. Die richtige Zeichen müssen nur erkannt und ergriffen werden. So stieß mich ein guter Freund auf eine kleine Organisation in Hamburg: das International Peace Observers Network, kurz IPON.

Diese NGO ist im Bereich der Menschenrechtsbeobachtung auf den Philippinen tätig. Diese suchen immer wieder Freiwillige, die für sechs Monate oder länger ausreisen und als Menschenrechts- beobachter tätig sind. Ich war relativ schnell Feuer und Flamme für diese Art von Projekt und habe mich innerhalb kurzer Zeit für ein Einsteigerseminar beworben. Danach war ich zu 99 % überzeugt, dass ich an weiteren Vorbereitungsseminaren teilnehmen möchte, um als Beobachter ausgewählt zu werden und ausreisen zu dürfen. Meine Begeisterung war geweckt.

Ich freute mich auf eine Auslandserfahrung,
die stark mit praktischem Tun verknüpft war.

Eine andere Kultur mit einem viel wärmeren Klima sollte “erobert”, neu erschlossen werden. Es gab mir die Möglichkeit mein universitäres Wissen endlich einmal in der Praxis anzuwenden. Denn die praktische Arbeit umfasste Recherchearbeit, Dokumentations- und Analysearbeit. Dazu schult man seine Beobachtergabe und Präsenzfähigkeit. Was mir außerordentlich gefiel, war der Kontakt zu Menschen, die eine andere Mentalität haben, die eine andere Einstellung zum Leben haben. Viele dieser Menschen ertragen die Widrigkeiten und Widerlichkeiten ihres Lebens mit großer Kraft, einem starken Geist und einem Zusam- menhalt, der neu und inspirierend für mich war.

Es war ein richtiges Abenteuer in einem nicht ungefährlichen Konflikt. Die Philippinen sind ein sehr gewälttätiges Land, Schuß- waffen sind in der Öffentlichkeit stark vertreten. Die Schere von arm und reich ist sehr weit; dies drückt sich durch bewaffnete Wachmänner vor vielen Geschäften, jedem Supermarkt und vor jeder Bank aus. Auch der Konflikt um die Landreform, zu dem wir arbeiteten, ist immer wieder von Gewalt und sogar Toten geprägt.

Gelernt habe ich, wie ich dem Ruf meiner Sehnsucht und meiner Inspiration folge und auf diese Weise das für mich passende Projekt finde und verwirkliche.

So durfte sich meine inneren “Stimme” in der äußeren Welt in passender Art und Weise ausdrücken. Das ist der Grund, warum ich dem Ruf des Abenteuers gefolgt bin. Gleichwohl braucht es auf dem Weg von der Idee zum Tun ein gewisses Maß an Beharrlichkeit, Durchhaltevermögen und authentisches Interesse. Ohne diese drei Eckpfeiler wäre ich auf dem Weg zum richtigen Projekt gescheitert. Dies wurden auch von den Menschen, mit denen ich bei diesem Projekt zu tun hatte, wahrgenommen und wertgeschätzt. Für heutige Projekte wie meine Masterarbeit komme ich immer wieder auf diese drei Eckpfeiler zurück, um an das gewünschte Ziel zu gelangen.

Insgesamt war die Zeit auf den Philippinen ein Wendepunkt und eine einschneidende Erfahrung in meinem Leben. Für mich gibt es die Zeit vor den Philippinen und danach. Es war eine Zeit der Transformation hin zum Erwachsenwerden, zum Reifen. Ich habe eine andere, realistischere Sicht auf das Leben und die Welt gewonnen. Für mich erscheint die Welt nicht mehr so hell wie zuvor. Damit meine ich nicht mein persönliches Leben. Das unterliegt einer positiven Entwicklung trotz  Hindernissen und Widerständen. Ich meine damit, dass die Distanz von Zuhause und der Blick auf Gewalt und Armut in extremerer Form einem das dunkle Grau der Welt offenbaren. Nachrichten in Zeitung und Fernsehen zeigen nur einen Ausschnitt, aber vermitteln nur schwer, wie sich dieses dunkle Grau tatsächlich anfühlt. Es brennt sich ein und verbleibt dort wie ein Schatten im Nebel, der immer da ist und mitschwingt. Gleichwohl möchte ich diese Zeit in meiner individuellen Entwicklung nicht missen, da ein Bewusstsein für diese Realität mit das beste war, was mir passieren konnte. Da ich meiner Sehnsucht und meiner Inspiration gefolgt bin, habe ich neue bereichernde Erkenntnisse und Erfahrungen gewonnen.

All dies hat zu einer neuen, spannenden Entwicklung für mein eigenes Leben geführt.